Nicht immer helfen Medikamente bei der Behandlung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, wie die Studie eines internationalen Forscherteams zeigt. Dazu hatten die Forscher die Daten aus 34 klinischen Tests von 5000 Patienten im Alter zwischen neun und 18 Jahren ausgewertet. Das berichtet „Zeit online“ in einem Artikel. Demnach habe lediglich das Antidepressivum Fluoxetin bei der Behandlung Minderjähriger eine positive Wirkung gezeigt. Während andere Medikamente laut Studie weitgehend wirkungslos geblieben seien, hätte der auch zur Behandlung eingesetzte Wirkstoff Venlafaxin sogar „stärker ausgeprägte Suizidgedanken“ bewirkt. Die Autoren empfehlen, junge Menschen, die mit diesen Mitteln behandelt werden, genau zu beobachten. Sie merken darüber hinaus an, dass es über die Auswirkung von Antidepressiva bei Minderjährigen noch immer keine gesicherten Erkenntnisse gebe. Aufgrund dieser unsicheren Datenlage räten Ärzte davon ab, Kinder mit Venlafaxin zu behandeln. In Deutschland habe sich die Zahl der depressiven Kinder und Jugendlichen, die in Krankenhäusern betreut werden, verdreifacht. Nach einem Bericht der Krankenkasse DAK, die auf Daten des Statistischen Bundesamtes beruht, waren es zwischen 2004 und 2012 bei den Patienten im Alter von 10 bis 20 Jahren insgesamt 12 567 Fälle, die stationär betreut werden mussten.

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