Anfang Februar hat eine unabhängige Sachverständigenkommission den im Auftrag der Bundesregierung erarbeiteten Bericht zur Situation junger Menschen in Deutschland vorgestellt. Auf insgesamt 577 Seiten wird die Lage von Kindern und Jugendlichen anhand von Statistiken und Forschungen erläutert. Natürlich nimmt die Nutzung der sozialen Medien durch Kinder und Jugendliche einen großen Raum ein und hier hat das Anschauen von Pornos in den letzten Jahren zugenommen. So kommt eine Erhebung von jugendschutz.net im Jahr 2004 auf rund 4000 Verstöße gegen den Jugendschutz im Netz, 2014 waren es schon 30 000. Vor allem im Bereich von Sozialen Netzwerken und Messangern hätten die Kontaktrisiken zugenommen, so der Bericht. Die Angst vor einer Verrohung der Jugendlichen durch den Konsum solcher Seiten lasse sich jedoch nicht bestätigen; demnach lasse sich weder eine Tendenz zu früherem Sex bei Jugendlichen beobachten – hier seien die Zahlen seit 2005 eher rückläufig – noch nähmen Teenagerschwangerschaften oder Abtreibungen zu. Stattdessen präsentierten sich Jugendliche eher gelassen und distanziert zum Thema. Es seien vor allem Jungen, die Erfahrung auf pornografischen Seiten gesammelt hätten. Etwa zwei Drittel der 11- bis 17-Jährigen Jungen habe im Internet schon Pornos konsumiert, Mädchen nur vereinzelt. Die Studie legten nahe, dass Jugendliche beim Konsum zwar Altergrenzen unterlaufen würden, die eigenen Grenzen jedoch gut einschätzen könnten und dem Thema bemerkenswert reflektiert gegenüberständen. Allerdings seien Sie überfordert, wenn Sie ungewollt mit Pornografie in Kontakt kämen. Es sei demnach vor allem mangelnde Erfahrung im Bereich Sexualität, der Jugendliche verunsichere, so die Sachverständigen.

Hier kann eine liebevoll überlegte Gesprächskultur zwischen Eltern und Kindern sehr hilfreich sein, denn die Bilder, die im Internet zu sehen sind, haben mit echten Gefühlen wie Zärtlichkeit und Begehren oft herzlich wenig zu tun.

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