Hängt der Familiensegen dauerhaft schief, gibt es oft Streit oder trennen sich die Eltern vielleicht wenig friedlich: Solche Situationen können Kinder belasten. Mitunter wirkt sich der Stress auf das spätere Leben aus, warnt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Besonders kleine Kinder seien emotional eng mit ihren Eltern verbunden und hochsensibel, erklärt Maria Große-Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in einem Zeitungsartikel. Deshalb empfiehlt sie betroffenen Paaren, sich Hilfe zu holen, entweder bei Erziehungsberatungsstellen oder Therapeuten. Anhaltender Stress führt bei Kindern zu vermehrter Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, belegt eine Studie des Schweizer Professors Ulrich Egle. Dadurch komme es zu Störungen der Konzentration und der Selbstregulierung. Egle zufolge betäuben sich Jugendliche, die als Kind gleich mehreren Stressfaktoren ausgesetzt waren deutlich öfter mit Alkohol oder Drogen und haben ein doppelt hohes Risiko, eine Depression zu entwickeln.