Über ADHS wird viel geschrieben, geforscht und gestritten. Stimmt etwas nicht mit dem Hirnstoffwechsel der betroffenen Person, ist doch eine psychische Störung aufgrund familiärer oder gesellschaftlicher Belastungen der Grund für die Entstehung von ADHS?

Eltern sind oft verunsichert, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen, wenn es Symptome zeigt. Nicht selten leiden alle Familienangehörigen erheblich unter der Situation. Und ebenso fühlen sich viele Mütter und Väter sogar schuldig, wenn sie bei ihrem Kind mit der Medikamentengabe gegen ADHS einverstanden sind.

Dabei kann es kurz- und mittelfristig erst einmal eine Erleichterung sein, wenn wieder Ruhe und Frieden einkehrt im Familienalltag. Doch sollte Methylphenidat keine Dauerlösung sein, sondern immer in Kombination mit einer Therapie gegeben werden. Noch gibt es keine verläßlichen Langzeitstudien, wie sich Methylphenidat auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Zum Wohl des Kindes, des Jugendlichen, muss ein Weg gefunden werden, selbstbestimmtes Wachstum zu gewährleisten. Stabilität und Lebensfreude ohne Medikamente sind das Ziel.

ADHS gehört zu den häufigsten psychischen Störungen in der Kindheit, rund 500 000 Kinder sind in Deutschland betroffen, meist Jungen. Die Diagnose nach ICD-10 ist umfassend und sollte von einem erfahrenen Kinderarzt oder Jugendpsychiater gestellt werden. Neben einem klinischen Untersuchungsbefund und Verhaltensbeobachtung werden spezifische Fragebogentests und testpsychologische Untersuchungen  eingesetzt, um ein genaues Bild zu bekommen. Manchmal sind auch apparative Methoden nötig, etwa, um eine Epilepsie auszuschließen. Erst nach umfangreichen Untersuchungen wird die Diagnose gestellt. Nun gilt es, in Ruhe weitere Therapieschritte zu überlegen.

Hier ein kleiner Überblick nach der ICD-10 Diagnose.

Mindestens sechs der folgenden ADHS-typischen Symptome von Unaufmerksamkeit wenigstens seit sechs Monaten, nicht Bestandteil einer altersgemäßen Entwicklungsphase.

Betroffene Kinder

– haben Mühe, sich längerfristig zu konzentrieren

– beachten Einzelheiten nicht genau, machen Flüchtigkeitsfehler

– scheinen oft nicht zuzuhören, wenn sie direkt angesprochen werden

– führen oft Anweisungen nicht vollständig aus oder beenden    Aufgaben nicht

– haben Mühe, Aufgaben planvoll abzuwickeln

– vermeiden oder verweigern oft Aufgaben, die Konzentration erfordern

– verlieren häufig Dinge

– werden leicht durch unwesentliche Reize abgelenkt

– sind oft vergesslich bei Alltagstätigkeiten

Dazu kommen mindestens sechs der folgenden ADHS-typischen Symptome von Hyperaktivität-Impulsivität wenigstens sechs Monate, sie sind nicht Bestandteil einer altersgemäßen Entwicklungsphase.

Personen mit ADHS

– zappeln oder winden sich auf dem Stuhl

– sitzen ungern, verlassen den Sitzplatz

– rennen oft herum, klettern überall hoch, sind ruhelos

– sind beim Spielen meist sehr laut

– sind umtriebig

– reden oft sehr viel

– platzen oft mit der Antwort heraus, bevor Fragen gestellt sind

– haben Mühe zu warten, bis sie an der Reihe sind

– unterbrechen und stören bei Unterhaltungen oder Spielen

 

Einige Seiten geben detaillierte Auskunft:

www.ADHS.info

www.ADHS.de

www.flexikon.doccheck.com